30.07.26: Im Rahmen ihrer „Umwelttour NRW“ besuchten die Grünen Mitglieder des Umweltausschusses des nordrhein-westfälischen Landtags gemeinsam mit der Europaabgeordneten Terry Reintke das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) in Schmallenberg-Grafschaft.
Begleitet wurden sie von Grünen Ratsmitgliedern aus Schmallenberg. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Arbeit des Instituts im Bereich der Umweltrisikobewertung von Chemikalien. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen bereits vor der Zulassung neuer Stoffe, welche Auswirkungen diese auf die Umwelt haben können. Dabei stehen zwei grundlegende Fragestellungen im Fokus: Was macht ein Stoff mit der Umwelt? Und was macht die Umwelt mit dem Stoff?
Die Forschungsergebnisse bilden unter anderem wichtige Grundlagen für die Risikobewertung in der Landwirtschaft und der Pharmaindustrie. Darüber hinaus unterstützt das Fraunhofer IME Behörden bei der Entwicklung regulatorischer Vorgaben. Auftraggeber ist dabei häufig das Umweltbundesamt. Die Forschenden machten zugleich deutlich, dass noch immer zahlreiche Stoffe in der Umwelt vorkommen, deren Regulierung bislang nicht ausreichend entwickelt ist. Als Beispiel wurden verschiedene Kunststoffbestandteile und deren Abbauprodukte genannt.
Beeindruckt zeigten sich die Besucherinnen und Besucher insbesondere von der Umweltprobenbank des Bundes, die am Standort Grafschaft betreut wird. Dort werden seit Jahrzehnten Umwelt- und Humanproben aus Deutschland archiviert und analysiert. Dadurch können Veränderungen von Schadstoffbelastungen über lange Zeiträume nachvollzogen und neue Umweltprobleme frühzeitig erkannt werden.
Foto: Simon van de Loo
Neben den wissenschaftlichen Themen wurde auch über die Herausforderungen des Forschungsstandorts im ländlichen Raum gesprochen. Da sich das Fraunhofer IME zu großen Teilen über Forschungsaufträge selbst finanzieren muss, spielt die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte eine zentrale Rolle. Viele Mitarbeitende pendeln aus anderen Regionen an, zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich aber auch dauerhaft im Sauerland niedergelassen. Das Institut unterstützt Familien beispielsweise durch Hilfe bei der Suche nach Kinderbetreuungsplätzen und arbeitet eng mit Universitäten im In- und Ausland zusammen.
Der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Gregor Kaiser und seine Landtagskolleg*innen zeigten sich beeindruckt:
„Im Fraunhofer IME wird Forschung betrieben, die uns ganz konkret beim Schutz von Umwelt und Gesundheit hilft. Besonders spannend ist der Ansatz, nicht nur die Wirkung von Stoffen auf die Umwelt zu untersuchen, sondern auch zu erforschen, wie Umweltprozesse diese Stoffe verändern. Das Institut ist ein echtes Aushängeschild für den Forschungsstandort Sauerland und zeigt, dass Spitzenforschung auch im ländlichen Raum zuhause ist.“
Hintergrund: Umwelttour 2026
Die Umwelttour wurde 2024 von den Grünen Mitgliedern des Umweltausschusses im Landtag NRW ins Leben gerufen und findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Ab dem 20.07.2026 besuchen die Abgeordneten gemeinsam Standorte in ganz NRW, informieren sich zu aktuellen umweltpolitischen Fragestellungen und gehen in den Austausch mit spannenden Gesprächspartnern. Besucht werden unter anderem die Kläranlage Aachen-Soers, der Hambacher Wald, die Ohligser Heide, das Fraunhofer Institut in Schmallenberg, der Schafzuchtverband in Löwendorf und die Wildpferdeherde in Dülmen.