Die planetaren Grenzen respektieren
Die Klimakrise, das Artensterben und die Übernutzung natürlicher Ressourcen zeigen deutlich: Unser derzeitiges Wirtschafts- und Konsummodell überschreitet die Belastungsgrenzen unseres Planeten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben diese ökologischen Belastungsgrenzen als planetare Grenzen beschrieben. Sie markieren den sicheren Handlungsraum der Menschheit – also den Bereich, in dem sich unsere Gesellschaft entwickeln kann, ohne die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft zu gefährden.
Für mich bedeutet nachhaltige Politik deshalb, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zusammenzudenken.
Klimaschutz, Artenvielfalt, gesunde Böden und sauberes Wasser sind keine Gegensätze zu Wohlstand und wirtschaftlicher Stärke – sie sind deren Voraussetzung.
Doughnut-Ökonomie - Wirtschaft neu denken
Ein überzeugendes Leitbild für diese Transformation bietet die Doughnut-Ökonomie der Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth. Sie verbindet die planetaren Grenzen mit sozialen Mindeststandards. Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle Menschen ein gutes Leben führen können, ohne die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde zu überschreiten.
Dieses Verständnis verändert den Blick auf wirtschaftlichen Erfolg. Nicht unbegrenztes Wachstum um jeden Preis steht im Mittelpunkt, sondern Lebensqualität, Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung und langfristige Stabilität. Politik muss dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: Innovationen fördern, nachhaltiges Wirtschaften belohnen und Fehlanreize abbauen.
Nachhaltige Beschaffung als Hebel
Ein besonders wirkungsvoller Hebel liegt in der öffentlichen Beschaffung. Bund, Länder und Kommunen vergeben jedes Jahr Aufträge in Milliardenhöhe. Dieses Geld kann gezielt eingesetzt werden, um nachhaltige Produkte, faire Lieferketten und klimafreundliche Innovationen zu stärken.
Nachhaltige Beschaffung bedeutet, dass neben dem Preis auch Umweltwirkungen, Ressourcenschonung, soziale Standards und die Lebensdauer von Produkten berücksichtigt werden. So entstehen Anreize für Unternehmen, nachhaltiger zu wirtschaften und Innovationen voranzutreiben. Gleichzeitig übernimmt der Staat Verantwortung für den verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel.
Biodiversität schützen – Gentechnik regulieren
Der Verlust der biologischen Vielfalt gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Intakte Ökosysteme sichern unsere Ernährung, speichern Kohlenstoff, reinigen Wasser und bieten Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten.
Deshalb müssen neue Technologien sorgfältig geprüft werden. Neue Gentechnik darf nicht zulasten von Umwelt, Artenvielfalt oder der Wahlfreiheit von Verbraucher*innen eingesetzt werden. Ich setze mich dafür ein, dass Vorsorgeprinzip, Transparenz und wissenschaftliche Risikoprüfung erhalten bleiben. Verbraucher*innen müssen selbst entscheiden können, was auf ihren Tellern landet, und Landwirt*innen brauchen die Möglichkeit, weiterhin gentechnikfrei zu wirtschaften.
Nachhaltigkeit braucht Menschen, die die Zusammenhänge verstehen und Verantwortung übernehmen. Deshalb ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) der Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation.
BNE vermittelt Wissen über ökologische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge und stärkt die Fähigkeit, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Sie beginnt in der Kita, setzt sich in Schulen, Hochschulen und der beruflichen Bildung fort und begleitet uns ein Leben lang.
Gerade außerschulische Lernorte – Wälder, Bauernhöfe, Naturschutzstationen oder Umweltbildungszentren – ermöglichen unmittelbare Naturerfahrungen und machen Nachhaltigkeit erlebbar.
Wer die Natur kennt, versteht ihren Wert und setzt sich eher für ihren Schutz ein.