Stv. Ministerpräsidentin Mona Neubaur und MdL Gregor Kaiser zeigen sich beim Besuch des St. Elisabeth Hospizes beeindruckt von Menschlichkeit, Ehrenamt und gelebter Würde.
Auf Einladung des Geschäftsführers Martin Schäfer besuchte die nordrhein-westfälische stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur das St. Elisabeth Hospiz in Lennestadt-Altenhundem. Gemeinsam mit dem Grünen Landtagsabgeordneten Dr. Gregor Kaiser aus Lennestadt-Oberelspe sowie weiteren Teilnehmenden informierte sie sich über die Arbeit der Einrichtung. Begrüßt wurden die Gäste auch von Landrat Theo Melcher, der als Vorsitzender des Beirats des Vereins „Hospiz zur hl. Elisabeth e.V.“ an dem Termin teilnahm.
Anschließend führte Hospizleiterin Frau Hohmann durch das Haus. Dabei wurde deutlich, dass das Hospiz bewusst als Ort des Lebens verstanden wird. „Die meisten, die zu uns kommen, sind ganz positiv überrascht, dass es hier hell ist, dass es bunt ist, dass hier gelacht und gelebt wird. Sterben gehört zum Leben und ist kein abgekapselter Teil. Auch schwerstkranke und sterbende Menschen haben ihren Humor, haben ihre Wünsche und Hobbys. All das soll bis zum Schluss gelebt werden können.“
Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von den freundlichen und hellen Räumen sowie dem besonderen Konzept und der Atmosphäre des Hauses. Die Menschen, die hier begleitet werden, heißen bewusst „Gäste“. Der Wunsch des Gastes steht im Mittelpunkt der Arbeit. Auch Angehörige werden einbezogen. Ihnen wird ermöglicht, kostenfrei im Hospiz zu übernachten, um ihren Liebsten in der letzten Lebensphase nahe zu sein.
Das St. Elisabeth Hospiz nimmt innerhalb der deutschen Hospizlandschaft eine besondere Stellung ein. Bereits 1991 wurde die Einrichtung als erste stationäre Hospizeinrichtung im ländlichen Raum Deutschlands eröffnet und übernahm damit früh eine Vorreiterrolle in der noch jungen Hospizbewegung.
Pfarrer Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Hospizvereins, betonte die Offenheit des Hauses für Menschen aller Glaubensrichtungen: „Ich habe bereits Menschen mit unterschiedlichen religiösen und kulturellen Prägungen begleitet. Daraus sind sehr bereichernde Gespräche entstanden. Entscheidend ist der Mensch, nicht seine Konfession.“
Vanessa Duisenberg, Koordinatorin des St. Elisabeth Hospizdienstes, stellte den ehrenamtlichen ambulanten Hospizdienst und die Trauerbegleitung vor, die es seit 2011 gibt. Die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter werden in eigenen Ausbildungskursen qualifiziert, die ein- bis zweimal jährlich stattfinden.
Ein wichtiges Thema des Besuchs war die geplante Erweiterung des Hospizes. Die Baugenehmigung für eine Aufstockung liegt bereits vor. Vorgesehen sind unter anderem Räume für Fortbildungen, Bildungsangebote und Trauercafés. Verwaltung und Pflegebereich sollen getrennt werden. Die Finanzierung bleibt jedoch eine große Herausforderung, da sich die Einrichtung in erheblichem Umfang aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden trägt.
Mona Neubaur würdigte insbesondere das Engagement der Ehrenamtlichen und richtete Ihre Worte an Vanessa Duisenberg: „Deswegen stellvertretend an Sie für alle, die diese wichtige gesellschaftliche Arbeit mit übernehmen: großen Dank und Respekt dafür, dass Sie sich für diese Aufgabe entschieden haben. Was hier ehrenamtlich geleistet wird, an Zeit, an Zuwendung, an Nähe zu Menschen in ihrer letzten Lebensphase, verdient mehr als Anerkennung – es verdient unsere Unterstützung.“
Der Grüne Landtagsabgeordnete Gregor Kaiser dankte dem Team des Hospizes für seine Arbeit: „Das St. Elisabeth Hospiz ist ein Leuchtturm der Menschlichkeit für unsere Region. Hier wird jeden Tag deutlich, dass ein würdevolles Lebensende, menschliche Nähe und professionelle Begleitung zusammengehören. Dieses Engagement verdient größte Anerkennung und unsere Unterstützung. Deshalb werden wir auch weiterhin nach Wegen suchen, die wichtige Arbeit des Hospizes zu stärken.“
Er verwies zudem auf die große Unterstützung aus der Bevölkerung und der heimischen Industrie.