27.05.26: Erschreckender Anstieg zeigt: Betroffene rechter Straftaten sind auf unseren Schutz vor Angriffen sowie Hass und Hetze angewiesen.
Im Jahr 2025 wurden im Märkischen Kreis 115 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. 2024 hatte die Polizei bereits die hohe Anzahl von 110 Straftaten im MK erfasst (vgl. 2013 – 28 Straftaten). Die Daten hat die Grüne Landtagsfraktion beim NRW-Innenministerium eingeholt. Auch in ganz NRW sind die politisch rechts motivierten Straftaten erneut angestiegen – von 5641Taten in 2024 auf 6268 im Jahr 2025, das ist ein Plus von rund 11 Prozent. Damit wurden in NRW so viele rechtsextreme Straftaten angezeigt wie noch nie seit Einführung des Erfassungssystems im Jahr 2001.
Leider zeigt sich diese Entwicklung auch im Märkischen Kreis: Iserlohn bleibt weiter trauriger Spitzenreiter – dort blieb die Zahl mit 35 Straftaten in 2024 und 2025 gleich. Generell zeigt sich allein in den Orten Iserlohn, Lüdenscheid und Menden eine Vervierfachung der Zahlen. Wurden 2013 18 Straftaten erfasst, zählte die Polizei 2025 allein in den drei Orten 74 rechts motivierte Taten.
Positiv zu erwähnen sind Herscheid und Nachrodt-Wiblingwerde, wo die Zahlen seit Jahren konstant sehr niedrig sind.
„Jeden Tag werden in NRW im Schnitt 17 rechtsextreme Straftaten verübt. Es ist unerträglich, dass die Anzahl der rechtsextremen Straftaten landesweit und auch bei uns vor Ort zunimmt”, sagt Dr. Gregor Kaiser, Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Olpe. „Wir müssen uns als Gesellschaft dagegenstellen, dass viele Menschen alltäglich mit diskriminierenden und menschenverachtenden Äußerungen und Angriffen konfrontiert sind. Jede und jeder ist aufgefordert, menschenverachtendem Gedankengut entschieden zu widersprechen. Nur so können wir dazu beitragen, dass sich alle Menschen auch in unserem Kreis sicher fühlen
können“, wünscht sich Kaiser, der sich bereits seit Jahrzehnten auch ehrenamtlich gegen Rechtsextremismus engagiert.
Landesweit wurden 13 Prozent mehr antisemitische Straftaten verübt (695 in 2024, 786 in 2025). Bei den islamfeindlichen Straftaten gab es einen leichten Rückgang um 2 Prozent (338 in 2024, 330 in 2025). Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Orientierung ist um 27 Prozent angestiegen (203 in 2024, 257 in 2025) und es wurden 47 Prozent mehr antiziganistische Straftaten erfasst (30 in 2024, 44 in 2025). Alarmierend ist zudem, dass die Anzahl der Gewalttaten um 24 Prozent gestiegen ist (154 in 2024,191 in 2025).
„Der Rechtsextremismus ist auch in NRW weiterhin die größte Gefahr für unsere Demokratie. Nicht zuletzt die anhaltend hohen Umfragewerte der AfD machen deutlich, wie sehr ras-sistische, antisemitische und rechtsextreme Positionen in der Gesellschaft normalisiert wor-den sind. Der starke Anstieg von Gewalttaten lässt erkennen, dass aus Worten Taten wer-den”, sagt Kaiser weiter. „Als Koalition im Land stellen wir uns entschieden dem Rechtsextremismus entgegen. So haben wir beispielsweise die Finanzierung der Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus erhöht, die Landeszentrale für politische Bildung gestärkt und weitere Meldestellen für rassistische Vorfälle und Queerfeindlichkeit eingerichtet. Mit der Reform des
Verfassungsschutzgesetzes haben wir auf eine geänderte Sicherheitslage reagiert und den Sicherheitsbehörden die nötigen Befugnisse zur gezielten Aufklärung auch des Rechtsextremismus eingeräumt.”