„Vieles läuft auch gut“, „Es ist doch nicht alles schlecht“ oder „Wir haben gut zu tun und schauen positiv in die Zukunft“, so die ähnlichen Einschätzungen der Unternehmensleitungen dreier Unternehmen in Wenden und Drolshagen.
„Sehr spannende Unternehmen und tolle Gespräche“, so fasste der grüne Landtagsabgeordnete Gregor Kaiser seine eintägige Unternehmenstour zusammen. Ziel der Besuche war der direkte Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern über aktuelle Herausforderungen, Chancen und politische Rahmenbedingungen.
Besuch Horn Analytics in Hünsborn (Foto von Mert Vuraldi)Erste Station war die Horn & Co. Analytics GmbH in Wenden-Hünsborn. Das Unternehmen bietet Labor- und Analytik-Dienstleistungen insbesondere für Umwelt-, Rohstoff- und Materialuntersuchungen an. Am Standort Hünsborn sind rund 90 Mitarbeitende beschäftigt, in der gesamten Unternehmensgruppe mehr als 700. Mert Vuraldi, Umwelt-, Sicherheits- (AMS) und Qualitätsmanager des Unternehmens, erläuterte die Herausforderungen der Laborarbeit sowie die Auswirkungen der Ersatzbaustoffverordnung und der neuen EU-Trinkwasserverordnung. Deutlich wurde dabei, dass es vielfach nicht weiterer Regelungen bedürfe, sondern einer konsequenteren Umsetzung bestehenden Umweltrechts.
Anschließend besuchte Kaiser die Dornseifer Frischemärkte GmbH in Wenden. Das familiengeführte Unternehmen betreibt zahlreiche Lebensmittelmärkte in Südwestfalen und verbindet den klassischen Lebensmitteleinzelhandel mit eigener Bäckerei, Metzgerei und Frischeküche. Peter und Friedhelm Dornseifer schilderten die Entwicklung des mittlerweile 61 Jahre alten Unternehmens vom kleinen Zwei-Mann-Laden zu einem Arbeitgeber mit über 1.000 Beschäftigten.
Besuch Fa. Dornseifer in Hünsborn (Foto Gregor Kaiser)Regionalität, Kundennähe und Frische seien bis heute zentrale Erfolgsfaktoren. Kritisch äußerten sich die Inhaber zur geplanten Zuckersteuer sowie zu weiteren EU-Vorgaben, die aus ihrer Sicht zu zusätzlicher Bürokratie und höheren Preisen führen würden. „Die Regulatorik im Lebensmittelbereich ist zu viel“, so Peter Dornseifer. Kaiser verwies dagegen auf Erfahrungen aus Großbritannien, wonach eine Zuckersteuer nachweislich zu einer Reduzierung des Zuckergehalts in Produkten und damit zu gesundheitlichen Verbesserungen beigetragen habe.
Besuch Fa. Berghoff in Drolshagen (Foto Gregor Kaiser)Zum Abschluss stand ein Besuch bei der Berghoff GmbH in Drolshagen auf dem Programm. Das Unternehmen ist auf die hochpräzise Metallbearbeitung spezialisiert und erzielt einen Großteil seines Umsatzes in der dynamisch wachsenden Halbleiterindustrie. Die Unternehmensvertreter berichteten von einer weiterhin guten Auftragslage, zugleich aber auch vom zunehmenden Fachkräftemangel. Dringend gesucht würden qualifizierte Mitarbeitende und Auszubildende. Besonders beeindruckt zeigte sich Kaiser von den Investitionen in den Zukunftsbereich Reinraumtechnik: Ein neuer Reinraum wird derzeit getestet und soll perspektivisch von 100 auf 500 Quadratmeter erweitert werden.
„Es ist beeindruckend, was wir im Kreis Olpe an innovativen Unternehmen, Weltmarktführern und sogenannten Hidden Champions haben“, erklärte Kaiser nach den Gesprächen. „Die Besuche haben gezeigt, dass viele Betriebe trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit Zuversicht nach vorne blicken, investieren und sich weiterentwickeln.“
Begleitet wurde Kaiser von Mitgliedern der Grünen Ratsfraktion Wenden, Kreistagsmitgliedern sowie weiteren grünen Basismitgliedern. „Mir ist wichtig, dass alle politischen Ebenen von diesen Besuchen und den Gesprächen profitieren. Viele Anliegen betreffen nicht nur die Landespolitik, sondern ebenso die Kommunen vor Ort. Deshalb ist der gemeinsame Austausch so wertvoll“, betonte Kaiser.
Für den Landtagsabgeordneten bleibt der direkte Kontakt zur heimischen Wirtschaft ein wichtiger Bestandteil seiner politischen Arbeit: „Nur wer zuhört und die Herausforderungen aus erster Hand kennt, kann gute politische Entscheidungen treffen. Die Unternehmensbesuche haben erneut gezeigt, wie viel Innovationskraft und Zukunftspotenzial in unserer Region steckt.“