Auf etwa einem Drittel der Landesfläche NRW‘s wächst Wald. Neben Bund, Land und Kommunen gibt es in unserem Bundesland rund 150.000 Privatwaldbesitzer*innen. In großen Regionen prägt der Wald Landschaft, Wirtschaft und Leben. Viele Familien besitzen und bewirtschaften hier seit Generationen Wald.
Wir alle sind auf intakte Wälder angewiesen: Sie speichern Kohlenstoff, kühlen die Landschaft, halten Wasser zurück, schützen Böden vor Erosion, sind Lebensraum für unzählige Arten und bieten uns Raum für Erholung.
Gleichzeitig liefern sie mit Holz einen wichtigen nachwachsenden Rohstoff für Bauen und Wohnen.
Unsere Wälder im Klimawandel
Doch die Klimakrise verändert unsere Wälder massiv. Dürre, Hitze, Stürme und Borkenkäfer haben großflächig Fichtenbestände zerstört. Die Folgen werden uns noch Jahrzehnte beschäftigen. Die große Aufgabe ist deshalb, aus den entstandenen Schadflächen und den noch bestehenden Wäldern vielfältige, artenreiche und möglichst klimastabile Wälder zu entwickeln.
Dafür brauchen wir eine naturnahe Waldbewirtschaftung, die vom jeweiligen Standort ausgeht. Wo die Natur selbst vielfältige und standortgerechte Wälder entstehen lässt, sollten wir diese Prozesse nutzen. Wo geeignete Baumarten fehlen oder der Klimawandel zusätzliche Anpassungen notwendig macht, müssen wir auch mal gezielt pflanzen.
Wir stehen vor der Herkules-Aufgabe, wieder einen neuen, einen klimastabilen und artenreichen Wald zu schaffen. Mit Geduld. Mit den Waldbesitzenden und für uns alle.
Jagd ist Teil des Waldumbaus
Eine entscheidende Rolle für die Zukunft unserer Wälder spielt auch die Jagd. Junge Bäume müssen in ausreichender Vielfalt aufwachsen können, ohne dass dafür große Teile unserer Wälder hinter Zäunen verschwinden. Voraussetzung dafür sind Wildbestände, die an den jeweiligen Lebensraum angepasst sind. Wo insbesondere Reh- und Rotwild junge Bäume und seltenere Baumarten immer wieder verbeißen, wird natürliche Verjüngung erschwert und der notwendige Waldumbau ausgebremst oder verhindert. Eine konsequente und tierschutzgerechte Jagd ist deshalb auch aktiver Waldschutz.
Jäger*innen übernehmen Verantwortung bei der Beobachtung und dem Management unserer Wildtierbestände. Gerade die Afrikanische Schweinepest hat zum Beispiel im Sauerland gezeigt, wie wichtig Ortskenntnis und ein abgestimmtes Wildtiermanagement sind. Hier arbeiten Jägerschaft, Landwirtschaft, Forst, Veterinärbehörden und weitere Akteure eng zusammen.
Für uns gehören deshalb eine moderne, tierschutzgerechte Jagd, gesunde Wildbestände und vielfältige, sich möglichst natürlich verjüngende Wälder zusammen. Ziel muss ein gutes Miteinander von Wald und Wild sein.
Für den Wald von morgen
Die Wälder der Zukunft entstehen heute. Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam bewältigen – mit privaten und kommunalen Waldbesitzenden, Forstleuten, Jäger*innen und Naturschutz und mit einer Politik, die verlässliche Rahmenbedingungen schafft.
Damit unsere Waldregionen auch für kommende Generationen bleiben.